{ Mai 21, 2010 }

Zum Tod von Astrid Eberlein

Liebe Astrid,

ich lernte dich Mitte der 90er Jahre kennen, als ich meine ersten journalistischen Gehversuche unternahm. Du warst die Frau, die kurz vor Weihnachten immer mit einer Riesenpackung “Merci” in den Redaktionsstuben vorbei kam. Das war deine Art, Danke zu sagen dafür, dass wir Schreiberlinge deine Arbeit als Vorsitzende des Richard-Wagner-Verbandes unterstützten, indem wir deine Veranstaltungen in die Zeitung brachten. Dabei hätte es dieser “Aufmerksamkeit” gar nicht bedurft. Ich glaube, allen, die dich kennen lernen durften, hat imponiert, wie du für deine Liebe zur Musik und vor allem zu Richard Wagner gebrannt hast. Computer und das ganze Zeug war nicht deins, seit ich dich kannte, hast du deine Mitteilungen an die Presse auf deiner Schreibmaschine getippt und – und das machte dich einzigartig – brachtest sie persönlich in den Redaktionen vorbei. Wer macht das in Zeiten der Emails schon noch. Aber dir war der persönliche Kontakt immer wichtig. Und so blieb neben allem Beruflichen auch immer Zeit für ein privates Schwätzchen.

Egal, wohin es mich in dieser Stadt beruflich verschlug, du warst immer da. Ob in diversen Zeitungsredaktionen oder am Theater: Du und ich haben uns nie aus den Augen verloren. Selbst als es dir in den letzten zwei Jahren zunehmend schlechter ging, hast du dir einen Besuch ab und an in der Redaktionsstube nicht nehmen lassen, auch wenn es dir schwer fiel. Auch hast du mich immer wieder zu dir nach Hause eingeladen, wo wir bei einer wirklich außergewöhnlichen Tasse Kaffee vor allem über unsere gemeinsame Liebe, das Theater, schwatzten. Auch wenn zwischen uns fast zwei Generationen liegen, so waren wir fast so etwas wie Freundinnen. Dafür bin ich dankbar und ich bin froh, dass ich dich und vor allem deine Arbeit für den Wagner-Verband mit meinen Möglichkeiten unterstützen konnte. Ich habe es gern gemacht.

Leider bist du nun schneller von uns gegangen, als wir alle gehofft hatten. Ich habe dich leider nicht noch einmal persönlich sehen können, doch ich werde unser langes Telefonat, das wir noch vor kurzem führten und bei dem du noch voller Hoffnung warst, nicht vergessen. Und wie sicherlich viele deiner Freunde, Bekannten und Mitstreiter sind meine Gedanken jetzt viel bei dir – in Bewunderung und Freundschaft.

Dein “Karinalein” (so hast du mich immer genannt)

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