“Krisen-Fest” Premiere bei den Kugelblitzen
Alles redet über die Krise. Irgendwo herrscht immer eine. Und wenn wir gerade keine haben, dann steht sie vermutlich direkt vor der Tür. Aber wollen wir sie wirklich da draußen im Regen stehen lassen? Bitten wir sie doch kurz auf ein kleines Krisengespräch herein. Wenn sie wirklich eintritt, stellen wir ihr einfach ein Bein. Schon kommt es zum Krisenfall. Das ist krisensicher. Andernfalls können wir sie auch wegdiskutieren. Aber mal ehrlich: Was wäre schon ein Leben ohne Krise? So eine kleine Prise Krise gibt doch allem erst die richtige Würze.

Fotos (3): Lars Frohmüller
Und darum wird die Krise jetzt gefeiert. Mit einem Fest. Im neuen Programm der „Kugelblitze“ nämlich. Darin geht es um Krisen. Manchmal kann man das Gerede darüber nicht mehr ertragen. Aber die „Kugelblitze“ reden nicht, sie handeln. Sie behandeln eben diese Krise auf der Bühne. Auf ihrem Krisen-Fest ist die Krise im Anzug (oder im Abendkleid, denn eigentlich ist sie ja weiblichen Geschlechts). Wenn sie dann überwunden ist, wird man sie vermutlich vermissen. Aber keine Krisenangst, die nächste kommt bestimmt. Begrüßen wir sie mit einem freudigen „Ich krieg’ die Krise“, und schon ist sie wieder da.
Die „Kugelblitze“ haben Mitleid mit den Reichen, denn wenn die letzten Boni gezahlt wurden, dann bleibt für Madeleine Schickedanz nur noch die Straßenbahnfahrt zu ALDI. Darum sammeln sie für die (vielleicht bald nicht mehr) Reichen.Vom Krieg in Afghanistan, der ja eigentlich keiner sein soll, bis zum Kauf einer Druckerpatrone, vom wütenden Milchbauern bis zur Dioxinlagerung in Zielitz spannt sich der Bogen. Und irgendwo zwischen Analogkäse und Schweinegrippenblues wird Frau Puppendoktor Pille mit der großen klugen Brille versuchen, Wendelin Wiedeking und Harry Potter zu therapieren.
