{ Januar 3, 2010 }

Mein Abenteuer 2010: Der Jakobsweg

Das neue Jahr ist noch ganz jung und ich fiebere schon dem Mai 2010 entgegen. Am 1. Mai nämlich beginnt mein größtes Abenteuer des Jahres: Pilgern auf dem Jakobsweg.

Jaaaa, jetzt hat es auch mich erwischt, das Pilgerfieber. Und jaaa, auch Hape Kerkelings “Ich bin dann mal weg” hat mich ein bisschen mit dazu getrieben. Inzwischen habe ich aber auch etliche andere Bücher zum Thema gelesen und auch schon einen Vortrag von Magdeburger Pilgerern besucht. Und nichts hat mich bis jetzt von meinem Vorhaben abbringen können.

Auch wenn es Menschen gibt, die nicht daran glauben, dass ich die zwei Wochen durchhalte. Ich freue mich drauf. Und ich werde mich da durchbeißen. Auch wenn ich weiß, dass es hart wird. Schließlich habe ich nicht die beste Kondition und besonders lauffreudig bin ich auch nicht. Aber ich habe mir fest vorgenommen, bis zum Aufbruch nach Spanien noch das eine oder andere Kilo abzunehmen und mir ein bisschen Kondition anzutrainieren. Hoffentlich klappts.

Das "Cruz de Ferro" (Eisernes Kreuz). Hier gehen wir los, nachdem wir einen Stein aus Magdeburg dort abgelegt haben. Foto: Wikipedia

Das "Cruz de Ferro" (Eisernes Kreuz). Hier gehen wir los, nachdem wir einen Stein aus Magdeburg dort abgelegt haben. Foto: Wikipedia

Auch wenn ich sicherlich auf dem 200-km-Weg von Ponferrada nach Santiago de Compostela sicherlich einige Male an meine Grenzen geraten werde, bin ich mir sicher, dass ich letztendlich voller Stolz in der Kathedrale von Santiago meine Pilgerurkunde entgegen nehmen werde und zusammen mit anderen Pilgern den Pilgergottesdienst erleben werde. Auf diesen Moment freue ich mich heute schon, auch wenn ich weiß, dass eigentlich der Weg das Ziel ist. Das mag sicherlich so sein und ich werde es während des Weges (hoffentlich) auch noch erfahren, aber momentan kommt mir dies noch recht schwammig vor und deshalb ist mein Ziel, an dem ich mich festhalte, die Kathedrale in Santiago.

Das ist das Ziel: Die Kathedrale in Santiago de Compostela. Foto: Wikipedia

Das ist das Ziel: Die Kathedrale in Santiago de Compostela. Foto: Wikipedia

Warum also pilgert jemand, der normalerweise einen faulen Strandurlaub in einem All-Inclusive-Club auf Mallorca bevorzugt, sich fast nie ohne sein Auto irgendwo hin bewegt und normalerweise den ganzen Tag online und telefonisch erreichbar ist? Um aus eben diesen Gegebenheiten einfach mal auzubrechen und zu erfahren, dass sich die Welt auch weiterdreht, wenn das Handy und das Notebook aus sind, dass es auch heute noch möglich ist, neue Freunde ohne Twitter und Facebook zu finden, dass nach einem 20-30-km-Marsch auch die einfachste Pilgerherberge ein guter Schlafplatz sein kann und vor allem, dass ich es schaffe, meine Grenzen zu überwinden!
Sicherlich sind die letzten 200 km des Camino für eine wahre “Erleuchtung” zu wenig, aber jeder fängt eben mal klein an. Und besser ein bisschen pilgern statt gar nicht.
Und das Schönste ist, dass ich diese neue Erfahrung nich allein machen muss, sondern mein lieber Freund Carry mich begleitet. Auf diese Weise, so hoffe ich, wird der Weg nicht allzu schwer, da es immer jemanden gibt, der einen antreibt oder auch mal tröstet, wenn gar nichts mehr geht.
Ich jedenfalls bin hoch motiviert, habe zugegebenermaßen auch ein bisschen Angst vor der eigenen Courage, aber schließlich ist man ja trotz allem in der Zivilisation. Und ganz ohne technische Hilfsmittel geht es dann eben doch nicht: Das iphone geht mit!

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