{ Dezember 3, 2009 }

Weihnachtsprogramm mit Augenzwinkern

Pünktlich zum 1. Advent war Premiere des Weihnachtsspektakels. Weihnachtlich zumute wird es dem Zuschauer schon bei der Bühnengestaltung mit blinkendem „Tannenbaum“ aus Schiffstauen. Doch vor dem künstlerischen steht erst der kulinarische Genuss. Da zaubert Smutje Toralf Rosenthal natürlich ein weihnachtliches Menü aus Grünkohlsüppchen und Ente mit Klößen und Rotkohl.

Weihnachtlich geht es dann auch während des Programms der „Wellenreiter“ weiter. Doch weniger besinnlich-beschaulich, sondern eher sehr realistisch und mit einem Augenzwinkern. Der vorweihnachtliche Kaufrausch wird dabei genauso aufs Korn genommen wie der jährliche Familien (un)frieden zum Fest der Liebe ode die (ebenfalls alljährlich wiederkehrenden) Fressorgien an den Weihnachtstagen. Alle diese Geschichten rund um den Heiligen Abend werden von den drei ausgewiesenen Musikern natürlich in erster Linie musikalisch dargeboten, das Repertoire reicht von Trude Herrs „Ich will keine Schokolade“ über Herbert Grönemeyers „Kaufen“ bis hin zu einer ganz eigenen Version von Billy Joels „We did’nt start the fire“. Bei diesem Song , der das komplette Weihnachtsfest in 257 Sekunden darstellt, war die Stimmung beim Publikum auf dem Höhepunkt. Der Smutje agiert hier als lebender Teleprompter und die drei Künstler stellten ihr Improvisationstalent unter Beweis, als die Abspieltechnik versagte und Oli Vogt seine Kollegen kurzerhand selbst am Klavier begleitete. Doch nicht nur die gesanglichen, auch die textlichen und spielerischen Passagen des Spektakels waren perfekt ausgewählt und dargeboten. Bei diesem Programm hatten die „Wellenreiter“ Knut Müller-Ehrecke als Regisseur hinzu gezogen, der die Inszenierung zu einem runden Erlebnis machte. Da erlebt man die Weihnachtsgeschichte mal anders (Was wäre, wenn die Heiligen Drei Könige Frauen gewesen wären?), im Theaterschiff-Kochstudio wird ein Glühwein gemixt, der die unerwünschte Verwandtschaft vertreiben soll und aus dem Off gibt es eine Fortsetzungsgeschichte eines Mannes, der am Schnee und seiner Frau verzweifelt. Fröhliche Weihnachten!

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